Was ist Hypnose?

 

„Jeder Gedanke ist ein Baustein
am werdenden Schicksal -
im Guten wie im Bösen.“

Prentice Mulford

Hypnose wird in der so genannten Trance durchgeführt. Trance ähnelt dem Zustand beim Einschlafen oder Aufwachen, in dem der Geist sich im Übergang („Trance“) zwischen Wachsein und Schlaf befindet. Es ist also ein ganz natürlicher Zustand, den Sie bereits oft erlebt haben.

Nach psychiatrischer Definition handelt es sich um eine Bewusstseinseinengung. Sinneseindrücke werden zunehmend weniger durch das kritische Bewusstsein gefiltert. Durch die Instruktionen des Hypnosetherapeuten wird der Klient in diesen Zustand der Trance begleitet, wobei das Unbewusste die ganze Zeit wach und aufmerksam bleibt. Hypnose ist keine Bewusstlosigkeit und kein Schlaf. Es gibt unterschiedliche „Tiefen“ der Trance, wobei man Trance-Tiefe und die hypnotische Beeinflussbarkeit nicht unbedingt nach dem Schema „je tiefer desto besser“ gleichsetzen sollte. Für therapeutische Zwecke ist eine mittlere Trance ausreichend und oft besser, für manche Anwendungen ist es jedoch notwendig, etwas tiefer zu gehen.

[Bild]
Gerling: Der praktische Hypnotiseur, 1919

Der Begriff „Hypnose“

James Braid, der das Wort „hypnotisieren“ (Hypnotismus, hypnotisch usw.) in Anlehnung an das griechische Wort „hypnos“ (= Schlaf, Schlummer) prägte, tat dies zunächst, weil äußerlich der Zustand eines Hypnotisierten manchmal von einem Schlafenden nicht zu unterscheiden ist. Der Titel seines Buches Neurypnology aus dem Jahr 1843 bedeutet so viel wie "die Wissenschaft vom Nervenschlaf". „Hypnotismus“ wurde später auf „Hypnose“ verkürzt.
Zwischen 1855 und 1860 schlug Braid in einem kleinen nicht veröffentlichten Manuskript („Psycho-Physiology“) vor, den Begriff „Hypnose“ durch die seiner Meinung nach treffendere Bezeichnung „Monoideismus“ zu ersetzen. Dies gelang nicht mehr - das von ihm geprägte Wort „Hypnose“ hatte sich in der Fachwelt bereits durchgesetzt. Die Wörter „Hypnosis“ und „hypnotisch“ nach der latinisierten Form hypnoticus waren zwar schon vor James Braid als Fremdwörter in Gebrauch, allerdings in einer anderen - nämlich pharmakologischen - Bedeutung (bei Schlafmitteln). Auch wenn von manchen Hobbyforschern deshalb etwas anderes behauptet wird, geht der Begriff „Hypnose“ für die therapeutische Methode dennoch klar auf James Braid zurück.
Braid dachte dabei übrigens an die Bedeutung „Schlaf“ und nicht an den gleichnamigen Gott des Schlafes, wie manchmal berichtet wird.

Den inneren Kritiker einschläfern

Hypnotische Trancen werden vermutlich schon seit Jahrtausenden dazu verwendet, um heilsame Botschaften in das Unbewusste zu integrieren, ohne dass das kritische Denken diese abfängt. Theoretisch muss man sich den Vorgang so vorstellen: In der Hypnose nimmt das Unbewusste die Worte des Hypnosetherapeuten weitgehend ungefiltert auf und wandelt sie in Vorstellungen, Emotionen und Einstellungen um. Was auf diese Weise ungefiltert in das Unbewusste gelangt, wird für wahr angenommen. Das Unbewusste setzt die empfangenen Suggestionen automatisch in Bilder und Emotionen um, ohne dass weitere bewusste Willensanstrengungen notwendig sind.
Dadurch ist es möglich, mit Hilfe von Hypnose die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen, unbewusst ablaufende Denkmuster zu analysieren, zu korrigieren und neue Denkmuster anzulegen.

Eine der Fragen, die mir immer wieder von Klienten gestellt wird, ist: „Meinen Sie denn, dass ich hypnotisierbar bin? Ich glaube nicht, dass das bei mir geht!“
Die Antwort auf diese Frage lautet: „Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist jeder Mensch hypnotisierbar.“

Nur eines geht nicht: Man kann niemanden gegen seinen ausdrücklichen Willen hypnotisieren - wohl aber ohne seine Zustimmung und ohne dass er es weiß.

Hier geht's zur FAQ.